Wann sind Hirnlappen verdreht?

Ein Kommentar zum Referendum 'Nein gegen dieses Zensurgesetz'

Regenbogenflagge

Liebes Referendumskomitee

Meinungsfreiheit und Diskriminierung sind schon per Definition nicht dasselbe. Unsere BV braucht zwei Artikel um die Begriffe abzugrenzen, oder nicht? Mich interessiert eure Erklärung des Begriffes Vielfalt in der BV und die Erklärung warum zwar in der BV steht: „Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.“, selbiges aber nicht, und das ist faktisch zu belegen, der Fall ist. Diskriminierung unter den Deckmantel Meinungsfreiheit/Zensur zu stecken ist ganz einfach ein armseliger Versuch sie zu legalisieren.

Und wenn ihr davon sprecht, sexuelle Orientierung sei wissenschaftlich nicht belegt, ist wissenschaftlich eine Verdrehung der Hirnlappen belegt? Kommt dazu, sexuelle Orientierung mit der Rasse zu vergleichen ist unvollständig, Art. 8 BV erwähnt nicht nur die Rasse („Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.“). Und wie sieht es aus mit Diskriminierung von Heterosexuellen? Nur so nebenbei bemerkt, auch Heterosexualität ist eine sexuelle Orientierung!

Der Seitenhieb auf die Geschlechtsidentität und Menschen mit einer Geschlechtsvariante hinkt nicht nur weil sie in der Rassismusstrafnorm im Moment keine Rolle spielen, wissenschaftlich ist Intergeschlechtlichkeit belegt und die Medizin und die entsprechende Forschung können im Moment weder belegen noch widerlegen, dass Transidentität angeboren ist, Fakt ist aber, sie existiert. Ach ja, und die Büchse der Pandora könnte zwar geöffnet werden, aber da ist nur noch die Hoffnung drin, alle Laster und Untugenden sind schon draussen, die müsstet ihr erst wieder einschliessen um zu rechtfertigen, dass der Diskriminierungsschutz von Transmenschen und intergeschlechtlichen Menschen Laster und Untugenden über die Welt bringen würde. Historisches Wissen hilft manchmal bei unangebrachten Zitaten ziemlich gut…

Bischof Huonders Aussage als Beispiel anzuführen finde ich auch ziemlich, mal ganz sanft gesagt, daneben. Er, der Vertreter einer Kirche in der Homosexualität nicht unbekannt ist, in der Kinder, ich betone, KINDER, von Geistlichen missbraucht werden, meist ohne Folgen, sollte wohl erst vor der eigenen Türe wischen, oder noch besser, das Bibelzitat nennen, wo sowas erlaubt wird. Gibt es nicht? Ach herjeh, wie rechtfertigen wir jetzt diese kirchlichen Werte?

Und dann ist da ja noch der Auftritt der Co-Präsidentin des Referendumskomitees, an Peinlichkeit nicht zu übertreffen. Ich suche verzweifelt nach stichhaltigen Argumenten, vielleicht kann mir jemand helfen sie zu finden. Ich komme auch nicht klar mit Aussagen wie, es gibt kein Recht auf Kinder, aber das Recht, dass Kinder Eltern haben, echt jetzt? Wo steht das denn?

Auch nicht Betroffene könnten Anzeigen machen? Naja, mein Verständnis der Schweizer Rechtsprechung ist, jeder kann einen Gesetzesverstoss anzeigen, nicht nur die Betroffenen. Beispiel gefällig? Ich kann der KESB melden irgendwo in einer Familie stimmt irgendwas nicht, die werden sich auf das stürzen. Selbst wenn das dann nicht zutrifft, diese Familie wird durch die Hölle gehen, oder etwa nicht?

Und auf die Frage was sie denn jetzt gerne straffrei sagen möchte, die sexuelle Orientierung eines Menschen betreffend, Schweigen im Walde. Sie sei auch gegen Hass und Diskriminierung und verurteile das sogar, ja um Herrschaftswillen, warum soll das dann nicht in die Verfassung? Doch nur um es dann irgendwann doch tun zu können, oder nicht? So, genau so kam das rüber Frau Leisi!

Mich würde noch interessieren wie all die schwulen und lesbischen Mit- und Ohneglieder eurer Parteien zu eurem Referendum stehen? Haben sie die Eier-/stöcke sich dagegenzustellen oder werden sie auf Grund ihrer Meinung diskriminiert? Und wie sieht das denn an euren Partei-/Referendumskomitee Sitzungen aus, tragt ihr da alle Gesichtsmasken um euch nicht anzustecken?

In diesem Sinne, willkommen im Mittelalter, als die Diskriminierung von Randgruppen noch sowas von angesagt war….